Fiat

Die Marke Fabbrica Italiana Automobili Torino, oder kurz Fiat, ist nicht nur eine der Ältesten der Automobilbranche, sondern blickt auch auf eine bewegte Geschichte zurück. 1899 wurde Fiat von Roberto Biscaretti di Ruffia, Carlo Racca, Emanuele Cacherano di Bricherasio, Michele Ceriano, Cesare Goria Gatti, Lodovico Scarfiotti, Alfonso Ferrero di Ventimiglia, Luigi Damevino und Giovanni Agnelli im italienischen Turin gegründet. Im selben Jahr begann bereits die Produktion des ersten Modells, dem 3,5 HP. 1903 begann der Export ins Ausland.

Um wie Ford in großen Mengen produzieren zu können, startete 1916 der Bau des berühmten Automobilwerks im Turiner Stadtteil Lingotto. Bei der Fertigstellung handelte es sich um die fortschrittlichste automobile Produktionsstätte der Welt. Das Markenzeichen: die berühmte, einen Kilometer lange, Teststrecke auf dem Dach des Gebäudes. Bis 1982 produzierte Fiat in diesem Werk.

Angetrieben von Erfolgen im Motorsport und diversen Rekordfahrten in den 1920er-Jahren erhöhte Fiat kontinuierlich die Stückzahlen dank erfolgreicher Modelle wie dem zwischen 1936 und 1955 gebauten 500 Topolino und seinem direkten Nachfolger, dem Nuova 500, dessen Form auch im modernen 500 wieder aufgegriffen wurde. Weitere Erfolgsmodelle der Nachkriegszeit waren Fiat 127 und 128. Anfang der 70er war Fiat der größte Automobilhersteller Europas, aber ab Mitte der 1970er-Jahren hatte es Fiat zunehmend schwerer, sich gegen die erstarkte europäische Konkurrenz zu behaupten. Das breite Modellprogramm, dass vom Kleinwagen 500 bis hin zum V6-befeuerten, luxuriösen Dino reichte, geriet in Bedrängnis. Hinzu kamen immer stärkere Qualitätsprobleme, die auch immer wieder mit der Aufgabe des Werkes in Lingotto in Verbindung gebracht wurden. Symbolisch steht hierfür unter anderem der Ritmo, der weder qualitativ noch in Sachen Stückzahlen seinem Vorgänger 128 das Wasser reichen konnte.

In den 80er-Jahren bäumte sich der italienische Automobilriese nochmal auf, erneuerte sein Design radikal mit Autos wie dem Uno und dem berühmten Panda. Im Übergang zu den 90er-Jahre folgten einige technische Innovationen in der Diesel-Technik. 1987 brachte Fiat mit dem Croma 1.9 TD i. d. als erster Hersteller einen Diesel-Pkw mit Direkteinspritzung auf den Markt, und es folgte 1996 mit dem Maria 1.9 JTD der erste Common-Rail-Diesel-Pkw.

Wirkliche Erfolge stellten sich jedoch erst wieder in den mittleren 2000ern ein, als Fiat 2005 den Grande Punto, und 2007 die Neuauflage des 500 präsentierte. 2014 fusionierte Fiat mit Chrysler zur FCA-Gruppe und 2020 folgt eine weitere Fusionierung mit der französischen PSA-Gruppe, die damit den viertgrößten Autohersteller der Welt bildet.

Im Modellprogramm ist nicht mehr viel von der Pracht der 60er und 70er-Jahre zu sehen. Aktuell bietet Fiat zwei Kleinwagen mit 500 und Panda, ein Klein-SUV mit dem 500X, einen Minivan mit dem 500L und einen Kompaktwagen mit dem Tipo sowie einige Nutzfahrzeuge an.

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