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Anleitung: Nebelscheinwerfer Nachrüsten

Published On 31. Januar 2016 | By autonormalverbraucher | Die Grünschnabel Kategorie, Schrauben und Polieren

Das Thema Nachrüsten beschäftigt viele, die einen Gebrauchtwagen fahren. Beim Kauf eines guten Gebrauchten sind Ausstattungsmerkmale oft nachrangig hinter Preis, Laufleistung und dem allgemeinen Zustand. So ähnlich war das bei meinem Beispielauto für diesen Post. Ich werde es noch exklusiv vorstellen, deswegen herrscht hier noch absolute Geheimhaltung!

Jedenfalls verfügte dieses ominöse Fahrzeug ab Werk über fast gar nichts. Zu dieser Nullmenge gehörten bis heute auch Nebelscheinwerfer. Die sind aber echt wichtig! Erstens leidet das Aussehen der Wagenfront doch sehr, wenn in der Stoßstange nur schwarze Deckel montiert sind, und zweitens sind sie gerade bei Dunkelheit und schlechtem Wetter oft ein Segen, wenn die regennasse Straße jedes Licht einfach schluckt.

Ein traurig blickender 5er ohne Nebelscheinwerfer

Ein traurig blickender 5er ohne Nebelscheinwerfer


 

Eines noch vorneweg:

Diese Anleitung ist nicht nur einfach als „How-To“ für den E39 gedacht, auch wenn man sie dazu nehmen kann. Ich versuche hier allgemein auf diese Nachrüstarbeit einzugehen. Außerdem schreibe ich möglichst jeden banalen Handgriff auf, damit auch absolute Neulinge, die noch nie Werkzeug in der Hand hatten klarkommen. Ich bin Amateur und ich schreibe für Amateure. Ich habe zwar meine Erfahrungen, kann aber keine fachliche Korrektheit garantieren. Ich sage nur: Was ich schaffe, das schafft Ihr auch!


Also ab zum Schrott und Teile besorgt! Natürlich kann man alle benötigten Teile auch neu kaufen. Alles eine Frage des Geldes. In diesem Fall sind die Streuscheiben der Nebellampen aus Glas und deshalb nicht so furchtbar empfindlich, wie welche aus Kunststoff.

Frische Teile

Mann muss dazu sagen, beim Beispielfahrzeug waren sämtliche Kabel vorverlegt. Das ist relativ oft so. Ihr könnt, noch bevor Ihr Euch die Teile besorgt, auf Nummer Sicher gehen, und z.B. bei www.motortalk.de checken, was bereits in Eurem Auto vorhanden ist. Todsicher funktioniert auch immer eine Internetsuche „Nebelscheinwerfer nachrüsten Golf, Astra, 3er, wasauchimmer…“. 

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass die Kabel am Lichtschalter eigentlich immer schon vorhanden sind. So ist der aufwändigste Teil so einer Lichtanlage schon vorbereitet. Man muss also nicht bestehende Kabelbäume öffnen, um irgendwelche Leitungen aus dem Cockpit in den Motorraum zu ziehen.

Trotzdem beginnt das Ganze auf dem Fahrerplatz. Wer später seine neuen Nebellampen auch einschalten möchte, braucht dafür selbstverständlich einen Schalter. Viele -besonders Deutsche- Autos verfügen für die Nebelscheinwerfer (NSW) über eine besondere Stellung im Lichtschalter. Sofern das Fahrlicht bereits eingeschaltet ist, kann man diesen herausziehen, um NSW und dann noch zusätzlich die Nebelschlussleuchte einzuschalten. Bei Autos ohne NSW fehlt die Stellung im Lichtschalter meist. Deswegen wird dann der komplette Lichtschalter getauscht. Das geht bei kaum einem Auto wirklich schwer. Man muss nur wissen, wo so ein Ding festgeclipst ist, oder wo versteckte Schrauben liegen. Hierfür findet man die genauen Angaben wieder im Internet.

Manche Autos schalten ihr Licht (leider) über drehbare Blinkerhebel, wo der NSW-Schalter ebenfalls dranhängt. Gerade bei Franzosen ist das ein beliebter Einbauort. Hier muss dann dummerweise der Lenkstockschalter/Blinkerhebel komplett getauscht werden. Dazu muss das Lenkrad runter. Handwerklich ist das in der Regel völlig unkompliziert, ist aber offiziell eine Sache für Fachwerkstätten, wenn eben ein Airbag verbaut ist. Unfälle sind mir da zwar nicht bekannt, aber wem auf eigene Faust der Airbag beim Basteln losgeht, der handelt fahrlässig und auf eigenes Risiko. Daher ist hier Vorsicht geboten.

Glücklicherweise gibt es dann noch Autos, die einfach nur einen ganz eigenständigen Nebelscheinwerferschalter haben. So wie dieser hier. Ohne NSW erkennen wir auf dem Schalter nur das Symbol für die Nebelschlussleuchte, also raus damit!

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Zum Zerlegen müssen wir den Schalter erst mal freilegen. Er sitzt in einem Rahmen rund ums Kombiinstrument, der ebenfalls raus muss.

Kommen wir also nun zum wichtigsten Bestandteil eines jeden Handwerks. Der Pfuscherei! Wie viele Autoteile ist auch dieser Rahmen mit Vielzahnschrauben gehalten, sogenannten Torxschrauben. Während ein gut sortierter Nusskasten für Heimwerker oft schon diverse Torxgrößen beinhaltet, ist dieses kleine Format doch sehr selten. Ich hatte jedenfalls keinen passenden Bit. Die Schrauben halten aber nur ein dünnes Plastikteil und können daher kaum schwer belastet sein. Darum nehmen wir einfach einen passenden Inbusschlüssel. Dessen 6 Ecken greifen passen in die 6 Kerben eines Torxkopfes, ohne ihn gleich zu beschädigen. Also raus damit. Nun fehlen noch ein paar Kreuzschlitzschrauben auf der Unterseite des Rahmens. Wie bei vielen Autos sind diese hinter geclipsten Blenden, oder wie hier Zierleisten versteckt. Diese also vorsichtig an mehreren Stellen mit Gefühl abhebeln.

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Nun greifen wir mit der Kombizange sauber und flächig die Plastikmutter am NSW Schalter und lösen diese. Auch hier geht es nur um leichtes Plastik, der Gang in den Keller zum Ratschenkasten mit 17er Nuss ist deshalb echt nicht nötig. Die Mutter kann man nun von Hand abdrehen, und hält hinten dann den NSW Schalter in der Hand. Vorsichtig mit Wackelbewegungen den Stecker abziehen und festhalten. Den alten Schalter weglegen, und den neuen gleich wieder anstecken.

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Ein wenig Vorsicht ist bei solchen Schaltern aber immer geboten. Auf der Rückseite verfügen sie meist (so wie hier) über durchsichtige Teile, die als Lichtleiter fungieren, und so alle Symbole des Schalters bei Dunkelheit ausleuchten.

Ab jetzt geht das ganze wieder zurück. Schalter mit Plastikmutter befestigen, diese zuletzt leicht handwarm anziehen, den Kombiinsturmentenrahmen wieder verbauen, Schräubchen rein, Leisten drauf und fertig. Zeit für ein wohlverdientes Käffchen.

Hier noch ein Bild von allen Werkzeugen, die ich für diese kleineren Innenraumarbeiten verwendet habe. Es gibt spezielle Cliplöser und Hebel zu kaufen, aber ich denke diese Dinge hat wohl jeder Heimwerker irgendwo zur Verfügung.

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Kommen wir nun zum unbequemen Teil:

Die Nebellampen müssen in der Wagenfront verbaut werden. Da der Funkstrom leider noch nicht erfunden ist, brauchen wir zur Inbetriebnahme auch noch Kabel. Beim Golf 3 zum Beispiel, sind diese NSW Kabel nicht immer vorhanden, müssen also für die Nachrüstung mit besorgt werden. Die steckt man dann einfach zusätzlich an einen großen Zentralstecker, an dem alle Kabel für den Vorderwagen zusammenkommen, und legt die beiden Enden in Richtung Stoßstange. Hierfür gilt auch wieder: Vorher kurz die genauen Details googlen, dann läuft’s!

Beim Beispielauto sind die Kabel schon komplett vorverlegt. Aus Verarbeitungsgründen ist das fahrerseitige Kabel zusammengerollt hinter dem Scheinwerfer bereitgelegt. Es ist etwas versteckt, deshalb: Vorsichtig den Kabelbinder auftrennen, und das Kabel dann durch die benachbarte Gummitülle nach unten durchschieben.

In der Stoßstange kann man dann von außen die schwarzen Blenden am Lufteinlass lösen. Sie sind nur mit Kunststoff“dübeln“ trickreich gesteckt („Dübel“ raus und das Gitter ist lose). Anschließend die NSW Blindstopfen rausnehmen und wegwerfen.

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Durch das nun vorhandene Loch zieht man nun das Kabel heran, und schaut ob es überall gescheit liegt, und nirgendwo über scharfe Kanten gezerrt wird. Nun kann man die Abdeckkappen vom Stecker entfernen, und diesen schon mal an die Nebellampe stecken und einrasten lassen.

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Die Lampen werden an zwei Stellen in die Stoßstange geschraubt, und lagern auf der anderen Seite auf einem Haltepin. Für die Schrauben benötigt ihr so kleine Blechlaschen (mittig im letzten Bild an dem senkrechten Steg), da der Kunststoffe der Stoßstange sonst zu weich ist. Vergesst die bloß nicht auf dem Schrottplatz. Das ist mir passiert, weshalb ich meine Einbauaktion vertagen musste! Man kann die einfach an den richtigen Stellen auf den Kunststoffsteg schieben. Das seht Ihr dann schon.

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Nun bleibt nur noch, die Lampe erst einzufädeln und im korrekten Sitz dann festzuschrauben. Dann werden die benachbarten Kunststoffblenden wieder montiert, und Ihr seid fertig. Sofern beim Spenderfahrzeug die Lichteinstellung korrekt war, kann man auch grob davon ausgehen, dass man die NSW nicht mehr großartig einstellen muss. Jetzt noch ein kurzer Funktionstest und das war’s!

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