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Mein persönlicher Autonormalverbrauch

Published On 12. Mai 2015 | By derautonormalverbraucher | Benzingespräche, Gedanken vom Fahrersitz

IMG-20150426-WA0001Wenn, wie dieses Mal, eine lange Zeit zwischen meinen Artikeln liegt, hat das meistens damit zu tun, dass mich irgendwelche Geschichten im realen Leben zu sehr auf Trab halten. Bei einem Kraftfahrtbesessenem, wie mir, ist dabei natürlich jede Menge thematisch passendes los. Wie dieses Titelbild, letzten Monat in meiner Heimatstadt im Rheinland aufgenommen, lag und liegt leider in letzter Zeit einiges im Argen. Autoprobleme wollen gelöst werden, neue Autos gefunden werden, und zwischendurch darf der eigene Wagen nicht zu kurz kommen. Außerdem verlangt auch die Freizeit nach Aufmerksamkeit. Da das Ganze aber für den ein oder anderen meiner Leser auch ganz interessant sein könnte, möchte ich Euch hiermit einen kleinen Einblick in all diese Neuigkeiten geben. Außerdem erscheint dieser Tage wieder ein neuer Testbericht von mir. Nur soviel vorweg: Es soll mein bisher mit Abstand spaßigster Testkandidat werden!

Beginnen wir also mal von vorn. Vor etwa einem Monat habe ich einen Test über den Astra H Caravan eines sehr guten Freundes veröffentlicht: autonormalverbraucher.wordpress.com/2015/04/15/fahrbericht-opel-astra-h-caravan Anders als bei meinen anderen Testwagen, hatte ich hier auch Einblick in die Krankenakte der jeweiligen Autos. Wie nachzulesen hatte dieser Astra Diesel eine mittlerweile typische Macke. Das Getriebe musste überholt werden. Nach meinem Test lief der Wagen für kurze Zeit problemlos, bis sich der Motor plötzlich nur noch im Notlaufmodus meldete und einen Fehlercode lieferte. Ein durch Dieselabgase und Ruß wohl schon angefressener Schlauch der Abgasrückführung hatte durch die Bauarbeiten am Getriebe, bei denen der gesamte Antrieb gelöst werden musste, sein letztes Leben gelassen. Ärgerlich, aber da Opel kulant reparierte, darf man da nicht allzu böse sein. Einige Tage später stand der Wagen abermals still, diesmal rund 250km entfernt. Wieder ein Motorproblem, diesmal mit mehr als kriminellen Laufgeräuschen. Sicherheitshalber wurde er nicht auf eigener Achse heimgeholt. IMG-20150424-WA0000 Wie sich herausstellte war auch bei diesem Fehler die Ursache den Monteuren bei Opel wohlbekannt. Der 1,9er Diesel verfügt über Luftleitklappen in der Ansaugbrücke, sog. Drallklappen. Diese Metallklappen sind dort zu viert mit einem Metallgestänge verbunden. Dieses ist wiederum in Kunststoffbuchsen gelagert. Auch hier ist die Abgasrückführung schuld, die für bessere Emissionswerte einen Teil der Abgase zur wiederholten Verbrennung in den Motor leitet. Durch sie gelangt nämlich der aggressive Dieselqualm an die Lagerung der Drallklappen und frisst diese an. Somit ist auf einen Schlag diese komplette Klappenreihe einfach in die Motoransaugung gefallen. Hätte man den Wagen nur ein wenig weiter bewegt, hätte der Motor Bruchteile aus diesem Schaden „verschluckt“ und sich selbst zerstört. 1300€ später rollte der Opel wieder aus der Werkstatt. Wie mittlerweile gewohnt erreichte mich kurz darauf wieder ein Anruf seines Fahrers. Diesmal war es auf der A3, als der Wagen die Weiterfahrt erschwerte. Im stockenden Berufsverkehr meinte der Motor, es sei an der Zeit, mal wieder den Rußpartikelfilter freizubrennen. Während man zügig fährt ist das auch kein Problem. Doof wird’s nur, wenn das Ganze bei mehr oder weniger Stillstand geschieht. Ohne Luftdurchsatz wurde es im Auspuff so heiß, dass nun schwarzer Rauch unter der Motorhaube hervorkam und für eine Portion Panik sorgte. Das war ein Patzer zu viel. Sobald eine finanziell sinnvolle Lösung besteht, muss der Astra nun gehen. Obwohl viel Geld an Reparaturen hineingeflossen ist, weiß man nicht, was er als nächstes verlangt. Auch ein teurer Zahnriemenwechsel wird mittelfristig auf der Rechnung stehen. Schade drum, aber bei allen Geldfragen bleibt über allem noch das blöde Gefühl der Unzuverlässigkeit. Obwohl der Astra bisher gute bis sehr gute Alltagsleistungen erbracht hat, hat man den Eindruck, dass er nun mit allerhand Wehwehchen beginnt.

Ein weiteres Beispiel ist auch ein Elend, was sich zur Zeit in meinem nächsten persönlichen Umfeld abspielt. Dieser schicke BMW 318i Touring, Baureihe e91, Baujahr 2006 entwickelte sich innerhalb eines halben Jahres vom Glücksfall zum Sorgenkind. IMG-20141028-WA0002Mit kleinem Motor, wenigen Extras, dafür aber mit Sportpaket und einer umfangreichen Gebrauchtwagengarantie wurde er mit bestem Gewissen bei einem großen Nordrheinwestfälischen BMW Autohaus gekauft. Nach kurzer Zeit begann der 3er aber mit Kleinigkeiten zu nerven. Die Heckklappe hatte Probleme mit Elektrokontakten, Dichtigkeit und Klappergeräuschen. Alles kein Problem, wie es schien, schließlich war’s ja ein Garantiekauf. Mit etwas Murren wurden die Probleme nach und nach beseitigt. Leider war bei der Abholung immer noch der halbe Kofferraum zerlegt, und frisch polierte Teile der Heckklappe waren durch die Montagearbeiten fies verkratzt. Nach einiger Zeit und mehr Murren besserte BMW nach. Mittlerweile quittierte das Anfangs nur selten spinnende Radio immer mehr seinen Dienst. Display und Antennenteil haben sich immer öfter verabschiedet. Gleichzeitig kam immer wieder der Gedanke auf, ob der Wagen denn nicht manchmal selbst für einen 318i ein wenig sehr lahm war, als ob die verstellbare Nockenwelle nicht mitmacht… Bei erneuter Werkstattabholung ging man zunächst an einem anderen gebrauchten e90 vorbei, der gerade das defekte Radio aus dem Touring eingebaut bekam. Immerhin zeigte die Tauschaktion hier Erfolg: Nun funktionierte das Radio. Auch der Kofferraum war wieder so, wie er sein sollte. Also ging es für den Touring ab in den Urlaub. In den französischen Seealpen fielen immer mehr Leistungslöcher auf, die aber mit einem Motorneustart immer erledigt waren. Dann plötzlich vom Start weg schon miese Gasannahme und kaum Durchzug, wieder war Neustarten angesagt. Zurück in Deutschland, zurück in die Werkstatt. Tatsächlich war das Vanos beschädigt, welches variabel die Einlassnockenwelle verstellt. Also eine weitere, längere Reparatur. Wie die letzte trotz Mobilitätsgarantie ohne Mietwagen. Mittlerweile stand fast jeden Monat ein Werkstattbesuch im Kalender. Nun war auch dieser vorüber, der Wagen wurde abends abgeholt, und sollte am nächsten Morgen wieder seinen Dienst auf dem Arbeitsweg tun. Mit guter Laune noch den Rest vom Käffchen geschluckt, ins Auto geschwungen, Startknöpfchen gedrückt und nach zwei-drei qualvollen Umdrehungen ein KLONK und alles wurde ganz still. Nix ging mehr. Wieder den vielbeschäftigten BMW Händler angerufen; wieder Murren seinerseits. Der 3er sprang nicht mehr an, wurde aber auch von BMW nicht abgeholt. Es ginge gerade nicht, hieß es. Am Nachmittag traf dann der freundliche ADAC Mensch ein, der den Wagen kurz darauf beim Händler wieder mal abstellte. Er meinte, er sei das vom e90 mittlerweile gewohnt. Nach einiger Zeit, trotz Mobilitätsgarantie wieder ohne Leihwagen, kam dann die Diagnose: Steuerkette übersprungen, haarscharf am kapitalen Motorschaden vorbei. Den größten Teil der horrenden Reparaturkosten wollte man dem Besitzer auf’s Auge drücken und den Rest dann „freundlicherweise“ übernehmen. Erst ein Geschäftsführer lenkte ein, als man ihm immer wieder die noch gültige Garantiemappe vorlegte. Er handelte korrekt und übernahm die Kosten ganz und entschuldigte sich auch für den bis Dato so schlechten Service. Anständig zwar, aber dem Besitzer ist die Lust am 3er mittlerweile verloren gegangen, genau wie beim Astra. Auch wieder schade, aber verständlich. Es ist sicher falsch zu sagen, dass sowohl Astra, als auch 3er nun zum unlösbaren Problemfall geworden sind, aber faktisch ist es schon auffällig dass bei 100.000km in beiden Fällen plötzlich allerhand Blödsinn passiert, wo vorher nie etwas war. Die Berichte anderer Autofahrer belegen zudem dass es sich wohl nicht um Einzelfälle handelt. (Hier will ich aber nicht zu sehr ins Detail gehen) Zwischenzeitlich kam es in meinem eigenen Autoleben zunächst mal zu einem unfreiwilligen Zusammenstoß. IMG-20150411-WA0000 Nach kurzer Sondierung der Lage konnte ich feststellen, dass mein Wagen wohl die günstigere Unfallpartei hatte, was man vom Gegner eher nicht behaupten kann… Das war aber auch der einzige Zwischenfall in vielen tausend Kilometern, über die mich mein E 270 bequem, flott und sparsam trägt. Er hat sich demnächst wohl mal einen eigenen Artikel verdient. Am Anfang des letzten Monats fuhren wir an seinen Geburtsort innerhalb Stuttgarts und machten einen Ausflug ins Mercedes-Benz Museum. Ich war zuletzt vor etwa 10 Jahren dort, also wurde es höchste Zeit. Zum Trost, sowie als edler Stifter war auch der Astrafahrer dabei, der mich zu meinem Geburtstag auf’s schwäbischste begutscheinte, sodass die E-Klasse sogar noch einen passenden Schlüsselanhänger bekam. Lieber Andy, nochmal ein großes Dankeschön dafür! 20150410_113943 20150411_113538Es war ein toller Tag in Stuttgart. Die Dauerausstellung zeigte sich genau so beeindruckend, wie 2005, hier und da ein wenig ergänzt. Nicht zuletzt schafft das aufwändige Gebäude natürlich eine tolle Kulisse. Angenehm war auch, dass man sich nach dem Museumsbesuch zunächst noch an ein paar handverlesenen Youngtimern ergötzen darf, und fürderhin in die große Neuwagenniederlassung seiner Hausmarke schlendern kann. Hier stehen auch einige Preziosen, z.B. „Otto“, die G-Klasse, die ziemlich unbeeindruckt die Welt umrundete, und den Guinness Rekord für die meisten Besuchten Länder im PKW hält. Auf der Negativseite blieb für mich (2,05m) festzustellen, dass ich leider einigen der neumodischeren Produkte mit Stern entwachsen war. Mit anderen Worten: Ich passte nicht überall rein. Schade bei einigen, relativ wurscht bei anderen Autos. Auch hierzu habe ich natürlich ein doppeltes Bildbeispiel: 1. Wie ich am gewohnten Vollwertbenz aussehe 2. wie ich im CLA aus der Wäsche gucke.

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Nach all der Hektik bin ich dann vor kurzer Zeit gerade noch mal so dazu gekommen, meinem Treuen „Schätzken“ endlich wieder Sommerräder aufzuziehen. Natürlich nicht ohne festzustellen, dass die hinteren 245er Pirellis mal neu müssen. Na super! 20150424_14105920150422_173814 Nun gibt es für mich langsam etwas mehr Zeit für’s schreiben. Das heißt aber trotzdem dass ich (wie ich es eigentlich permanent mache) zwei recht komplexe Autosuchvorhaben mitbetreue, und auch dass ich demnächst mal wieder eine schraubende Hand an den 700€ Scorpio legen werden. Danach bekommt dann meine E-Klasse mal eine kleine Frischzellenkur spendiert. Immerhin wäre es die erste Kosmetikaktion nach über 60.000 km in meinem Besitz. Bis dahin liegen noch viele Kilometer vor mir, und sicher noch mehr Geschreibsel. Ich hoffe, dass auch Ihr Spaß dran haben werdet! P.S. Die Fotos in diesem Post entstammen natürlich aus besagtem Alltag und kommen daher nur vom Handy. Sorry dafür!

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