Ganz neues aus dem Motorenbau

Published On 2. März 2015 | By derautonormalverbraucher | Benzingespräche, Schrauben und Polieren

Normalerweise geht es auf dieser Seite ja nicht so furchtbar theoretisch zu. Allerdings gibt es jetzt eine technische Neuerung, die schon bald für den Autonormalverbraucher nützlich werden dürfte.

Copyright: KSPG AG

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Die Firma Kolbenschmidt Pierburg in Neuss hat einen neuen Nockenwellentrieb, namens Univalve entwickelt, bei dem sich angeblich Verbrauchswerte um ca. 12% senken lassen. Das klingt erst mal nicht nach viel, allerdings handelt es sich dabei nicht um eine der zahlreichen Software Neuheiten, die beinahe täglich ihren Teil zur Energieeinsparung mitbringen, sondern um eine rein mechanische Art, Ventile zu verstellen, wie es sie bisher noch nicht gab. Die Ersparnis ist realistisch.

 

Durch die Ventile „portioniert“ sich ein Motor sozusagen selbst die Menge an Luft und Kraftstoff, die der Kolben dann für den Arbeitstakt ansaugt. Durch die Nockenwelle und Kipphebel werden sie nach unten gedrückt, um den Ansaug- und Abgaskanal freizugeben, und durch eine Feder schließen sie sich wieder. Damit ein Motor effizient laufen kann müssen diese Öffnungszeitpunkte genau stimmen, bzw. können als Tuningmaßname angepasst (verlängert) werden. Diese Zeiten heißen Steuerzeiten und werden einfach durch die Form der Nocken auf der Nockenwelle bestimmt. Modernerweise lassen sich durch Verstellmöglichkeiten an der Welle die Nocken gezielt positionieren und so die Steuerzeiten verstellen. Wir kennen das von Honda (V-Tec) oder BMW (Vanos) und mittlerweile von ganz vielen verschiedenen Herstellern. Da hat sich in den letzten Jahren in der Entwicklung auch kaum etwas getan.

Soviel zum bisherigen. Univalve verändert nun die Möglichkeit der Ventilsteuerung auf eine ganz neue Art. Nicht mehr nur die Steuerzeiten werden verstellt, sondern auch der Ventilhub, also wie weit das Ventil öffnet. Das gab der bisherige Mechanismus nur in geringerem Maße her. Das bedeutet, dass unsere Motoren auch bei langsamer Fahrt ganz tief durchatmen, weil das Ventil immer voll öffnet, und von der Drosselklappe gewürgt werden, weil sie wenig Luft dazugibt. Das ist unnötig und kann durch Univalve vermieden werden

Hier wird ein neuartiger Kipphebel zwischen Nockenwelle und Ventil gesetzt, dessen Winkel durch einen Exzenter verstellt werden kann. Das geht stufenlos vom voll geöffneten Ventil bis hin zu einem ganz geschlossenen (beim Rollen ohne Gas z.B.). Die Verstellung dieses neuartigen Kipphebels erfolgt via Exzenter einfach durch kleine Elektromotoren. Es kann gleichermaßen ein- und ausgangsseitig genutzt werden. Das bahnbrechende daran sind nicht unbedingt die 5% weniger Verbrauch, sondern die Tatsache, dass nach Jahrzehnten mal wieder eine ganz neue Fähigkeit am Ottomotor entwickelt wurde. Wenn Univalve eines Tages in Serie geht, wird auch dessen Entwicklung immer weiter gehen, und nicht nur dem Umweltschutz, sondern sicher auch dem Tuning eine Menge bieten.

In seinen Berichten über den Weg hin zu nur noch 95g CO2 Ausstoß erklärt Jean Pierre Kraemer in diesem Video vor Ort bei KSPG, wie das ganze funktioniert:

Quelle:

http://www.kspg.com/produkte/variable-ventiltriebe/univalve/

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